Staatspreis "Architektur und Nachhaltigkeit 2014" an sechs Passivhäuser

15. Januar 2015
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„Das Zusammenspiel von innovativen und energieeffizienten Lösungen sowie höchster architektonischer Qualität leistet einen wichtigen Beitrag für ein lebenswertes Österreich“, sagte Bundesminister Andrä Rupprechter anlässlich der Verleihung der Staatspreise für Architektur und Nachhaltigkeit.

Fünf be­son­ders en­ga­gier­te Pro­jek­te wur­den am 13. Jän­ner im ORF Ra­dio­Kul­tur­haus aus­ge­zeich­net, sie­ben wei­te­re er­hiel­ten ei­ne No­mi­nie­rung. „Al­le Prä­mi­er­ten stel­len un­ter Be­weis, dass an­spruchs­vol­le Ar­chi­tek­tur, res­sour­cen­scho­nen­de Bau­wei­se, Ener­gie­ef­fi­zi­enz und ein Bau­stil im Ein­klang mit Um­welt und Na­tur kei­ne Wi­der­sprü­che sind“, un­ter­strich der Mi­nis­ter. Im Ge­spräch mit den Preis­trä­gern zeig­te sich Gün­ter Lang, Lei­ter der Pas­siv­haus Aus­tria, sehr er­freut da­von, dass je­des zwei­te no­mi­nier­te Pro­jekt ein Pas­siv­haus ist, wel­che mit Hil­fe dem PHPP Pas­siv­haus Pro­jek­tie­rungs­ Pa­ket auch qua­li­täts­ge­si­chert be­rech­net wur­den.

Broschüre zum Staatspreis

 

Ener­gie­kenn­zah­len:
Heiz­wär­me­be­darf 14 kWh/m²a (PHPP)
Nutz­käl­te­be­darf 1 kWh/m²a (PHPP)
Pri­mär­ener­gie­be­darf 91 kWh/m²a (PHPP)
CO2-Emis­sio­nen 23,8 kg CO2/m²a (PHPP)

Kin­der­gar­ten Munt­lix, Zwi­schen­was­ser, Vor­arl­berg Staats­preis
Bau­her­rin: Ge­mein­de Zwi­schen­was­ser
Ar­chi­tek­tur: HEIN ar­chi­tek­ten
Fach­pla­nung: DI Bern­hard Weit­has GmbH für Bau­phy­sik

Der Kin­der­gar­ten Munt­lix ist öko­lo­gisch kon­se­quent bis zum kleins­ten De­tail, rä­um­lich fein­sin­nig und aus­dif­fe­ren­ziert und von großem at­mo­sphä­ri­schem Zau­ber. Die Ge­mein­de Zwi­schen­was­ser stell­te mit die­sem Pas­siv­haus mit Lehm­stampf­bo­den zum wie­der­hol­ten Mal ihr vor­bild­li­ches En­ga­ge­ment für nach­hal­ti­ge Bau­kul­tur un­ter Be­weis. Das Ge­bäu­de wur­de nach den stren­gen Kri­te­ri­en des Vor­arl­ber­ger Kom­mu­nal­ge­bäu­de­aus­wei­ses ge­plant und er­rich­tet und ent­spricht da­mit hoch­wer­ti­gen An­for­de­run­gen für Bau­öko­lo­gie, Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Nach­hal­tig­keit bei Er­rich­tung und Be­trieb.
Ver­sor­gungs­tech­nik: Kon­trol­lier­te Be- und Ent­lüf­tung mit Wär­me­rück-ge­win­nung; Wär­me­pum­pe mit Tie­fen­son­den; Bau­teilak­ti­vie­rung via Fuß­bo­den­hei­zung; LED–Be­leuch­tung
Pho­to­vol­taik­an­la­ge mit 36.000 kWh Stro­mer­trag;

Qua­li­täts­si­che­rung: Blower Door Test, um­fas­sen­des Ener­gie­mo­ni­to­ring, Er­mitt­lung Ener­gie­be­darf mit PHPP, ex­ter­nes Pro­dukt­ma­na­ge­ment , kli­maak­tiv Gold

 

Ener­gie­kenn­zah­len für das Ge­richts­ge­bäu­de:
Heiz­wär­me­be­darf 10,5 kWh/m²a (PHPP)
Nutz­käl­te­be­darf 1,4 kWh/m²a (PHPP)
Pri­mär­ener­gie­be­darf 99,3 kWh/m²a (PHPP)
CO2-Emis­sio­nen 24,9 kg CO2/m²a (PHPP)

Jus­tiz­zen­trum Kor­neu­burg, Nie­der­ös­ter­reich Staats­preis
Bau­her­ren: BIG Bun­de­sim­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft m.b.H., Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Jus­tiz
Ar­chi­tek­tur: AR­GE Die­ter Ma­thoi Ar­chi­tek­ten & DIN A4 Ar­chi­tek­tur ZT GmbH
Fach­pla­nung: Ener­gie­ef­fi­zi­en­tes Bau­en Herz & Lang GmbH
Das Jus­tiz­zen­trum Kor­neu­burg ist welt­weit das ers­te Ge­richts­ge­bäu­de mit Voll­zugs­an­stalt, das als Pas­siv­haus ge­plant und um­ge­setzt wur­de, und es setzt in die­ser Grö­ßen­ord­nung und Nut­zungs­art in Bau­ge­stal­tung und ener­ge­ti­scher Per­for­man­ce nach­hal­ti­ge Maß­stä­be. Im In­ne­ren ist das Jus­ti­z­ge­bäu­de durch drei große Licht­hö­fe be­stimmt, die für An­ge­stell­te und Be­su­che­rIn­nen glei­cher­ma­ßen ei­ne qua­li­täts­vol­le At­mo­sphä­re schaf­fen. Die teil­wei­se ein­ein­halb-Ge­scho­ßig­keit des Erd­ge­schos­ses wur­de sinn­voll ge­nutzt. In je­nen Be­rei­chen, in de­nen die­se Über­hö­he nicht be­nö­tigt wird, ist die ge­sam­te Haus­tech­nik­an­la­ge un­ter­ge­bracht. Durch die ge­ziel­te Nut­zung von Ta­ges­licht, ei­ne hoch­wär­me­ge­dämm­te Hül­le, al­ter­na­ti­ve Ener­gie­ver­sor­gungs­sys­te­me und hoch­wer­ti­ge Pla­nung konn­te erst­mals ein Bau­werk die­ser Nut­zungs­ka­te­go­rie und Grö­ße in Pas­siv­haus­qua­li­tät aus­ge­führt wer­den.
Ver­sor­gungs­tech­nik: Kon­trol­lier­te Be- und Ent­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung; Wär­me­pum­pe mit Grund­was­ser­nut­zung; Free-Coo­ling/Bau­teilak­ti­vie­rung via Fuß­bö­den/De­cken; Back-up via hoch­ef­fi­zi­en­ten Gas­brenn­wert­kes­sel
Qua­li­täts­si­che­rung: Blower Door Test, um­fas­sen­des Ener­gie­mo­ni­to­ring, Pas­siv­h­aus­zer­ti­fi­zie­rung, ex­ter­nes Pro­dukt­ma­na­ge­ment mit Mes­sun­gen, kli­maak­tiv Gold

 

Ener­gie­kenn­zah­len:
Heiz­wär­me­be­darf 14 kWh/m²a (PHPP)
Nutz­käl­te­be­darf 1 kWh/m²a (PHPP)
Pri­mär­ener­gie­be­darf 35 kWh/m²a (PHPP)
CO2-Emis­sio­nen 10 kg CO2/m²a (PHPP)

Schul­zen­trum Schütt­dorf, Zell am See, Salz­burg No­mi­nie­rung
Bau­her­rin: Stadt­ge­mein­de Zell am See und Al­le­gro Lea­sing GmbH
Ar­chi­tek­tur: Ar­chi­tek­tur­bü­ro Karl + Brem­horst
Fach­pla­nung: Bü­ro TAP-Tech­ni­sche An­la­gen Pla­nungs­team GmbH, Ing.bü­ro Ro­th­ba­cher GmbH (Bau­phy­sik)

Das Schu­len­sem­ble aus Volks­schu­le und Kin­der­gar­ten be­sticht durch sei­nen schlich­ten, die städ­te­bau­li­che Si­tua­ti­on be­ru­hi­gen­den Bau­kör­per. Be­son­de­re Qua­li­tät ent­wi­ckelt der klei­ne Schul­hof auf dem Dach der Turn­hal­le. Pas­siv­haus-Stan­dard, Qua­li­tät der Ma­te­ria­li­en im In­nen­aus­bau und ho­he An­sprü­che an die In­nen­raum­luft­qua­li­tät er­fül­len mo­der­ne Kom­fort­an­for­de­run­gen, wie sie im Schul­bau wün­schens­wert wä­ren.

Ver­sor­gungs­tech­nik: Kon­trol­lier­te Be- und Ent­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung; Bau­teilak­ti­vie­rung via Heiz-/Kühl­de­cken; Pho­to­vol­taik­an­la­ge mit Jah­res­er­trag von knapp 27.000kh Strom; Bio­mas­se-Mi­kro­netz als Back-up; LED –Be­leuch­tung

Qua­li­täts­si­che­rung: Blower Door Test, um­fas­sen­des Ener­gie­mo­ni­to­ring, Er­mitt­lung Ener­gie­be­darf mit Pas­siv­hauspro­jek­tie­rungs­pa­ket PHPP, ex­ter­nes Pro­dukt­ma­na­ge­ment, kli­maak­tiv GOLD

 

Ener­gie­kenn­zah­len:
Heiz­wär­me­be­darf 11 kWh/m²a (PHPP)
Nutz­käl­te­be­darf 1 kWh/m²a (PHPP)
Pri­mär­ener­gie­be­darf 86 kWh/m²a (PHPP)
CO2-Emis­sio­nen 19,2 kg CO2/m²a (PHPP)

Volks­schu­le Ma­ria­grün, Graz, Stei­er­mark No­mi­nie­rung
Bau­her­rin: GBG Ge­bäu­de- und Bau­ma­na­ge­ment Graz GmbH
Ar­chi­tek­tur: Ar­chi­tek­tur­werk Berktold Kalb
Fach­pla­nung: Ro­sen­fel­der & Höf­ler Con­sul­ting En­gi­neers (Bau­werk), In­ge­nieur­bü­ro Sai­er (Haus­tech­nik)
Lüf­tungs­tech­nik vonJ. Pich­ler Ge­sell­schaft m.b.H.

In die Par­k­land­schaft ei­nes ehe­ma­li­gen Sa­na­to­ri­ums – heu­te ein Kin­der­gar­ten – passt sich die­ser schlich­te Bau­kör­per zu­rück­hal­tend ein. Ener­ge­tisch und be­züg­lich des ther­mi­schen Kom­forts wird Pas­siv­haus­qua­li­tät im Schul­bau bei­spiel­haft eben­so um­ge­setzt, wie bei der Ver­wen­dung hoch­wer­ti­ger Ma­te­ria­li­en im In­nen­aus­bau auf die Qua­li­tät der In­nen­raum­luft ge­ach­tet wur­de: Bes­te Vor­aus­set­zun­gen für einen hoch­wer­ti­gen Schulall­tag.

Ver­sor­gungs­tech­nik: Kon­trol­lier­te Be- und Ent­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung; Back-up via Fern­wär­me; Bau­teilak­ti­vie­rung via Mas­siv­de­cken

Qua­li­täts­si­che­rung: Blower Door Test, um­fas­sen­des Ener­gie­mo­ni­to­ring, Er­mitt­lung Ener­gie­be­darf mit PHPP, ex­ter­nes Pro­dukt­ma­na­ge­ment mit Mes­sun­gen , kli­maak­tiv Gold

 

Ener­gie­kenn­zah­len:

Heiz­wär­me­be­darf 14 kWh/m²a (PHPP)
Nutz­käl­te­be­darf 1 kWh/m²a (PHPP)
Pri­mär­ener­gie­be­darf 115 kWh/m²a (PHPP)
CO2-Emis­sio­nen 30,2 kg CO2/m²a (PHPP)

Wohn- und Bü­ro­ge­bäu­de Atri­um, Sa­nie­rung, Lau­ter­ach, Vor­arl­berg | No­mi­nie­rung
Bau­her­rin: ATRI­UM War­ger & Fink GmbH
Ar­chi­tek­tur: ATRI­UM Raum für Ide­en
Fach­pla­nung: Ha­gen-Hus­ter ZT GmbH (Sta­tik), DI Bern­hard Weit­has GmbH (Bau­phy­sik)
Es ist be­ach­tens­wert, dass sich ein pri­va­ter Bau­trä­ger des ehe­mals „ener­ge­tisch schlech­tes­ten öf­fent­li­chen Ge­bäu­de Vor­arl­bergs“, dem frü­he­ren Lau­ter­a­cher Rat­haus an­ge­nom­men hat. Von vor­mals 458 kWh/m²a konn­te das Ge­bäu­de auf Pas­siv­haus-Stan­dard mit nur noch 14 kWh/m²a ver­bes­sert wer­den. Das Rat­haus ist in einen Neu­bau über­sie­delt, der Be­stand durch den ge­nann­ten Bau­trä­ger bis auf die Tragstruk­tur rück­ge­baut, auf­ge­stockt und voll­um­fäng­lich sa­niert wor­den. Durch sinn­vol­le Nach­ver­dich­tung und öf­fent­li­che Nut­zung in der Erd­ge­schoss­zo­ne ent­steht ein star­ker Mehr­wert für den Stadt­kern von Lau­ter­ach. Die so­zia­len und öko­lo­gi­schen Über­le­gun­gen und Ent­schei­dun­gen sind ge­leb­te Nach­hal­tig­keit und ein Bei­spiel für Nach­ver­dich­tung im Be­stand, wie es hof­fent­lich noch vie­le Nach­ah­mer fin­den wird.
Ver­sor­gungs­tech­nik: Kon­trol­lier­te Wohn­raum­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung; Was­ser-Wär­me­pum­pe; Bau­teilak­ti­vie­rung durch De­cken­ele­men­te/Fuß­bo­den­hei­zung; PV-An­la­ge mit Jah­res­er­trag von 36.000 kWh Strom; Rest­strom­be­darf durch zer­ti­fi­zier­ten Ökostrom; LED–Be­leuch­tung
Qua­li­täts­si­che­rung: Blower Door Test, um­fas­sen­des Ener­gie­mo­ni­to­ring, Er­mitt­lung Ener­gie­be­darf mit PHPP, kli­maak­tiv Gold

 

Ener­gie­kenn­zah­len:
Heiz­wär­me­be­darf 14 kWh/m²a (PHPP)
Pri­mär­ener­gie­be­darf 55 kWh/m²a (PHPP)
CO2-Emis­sio­nen 16,6 kg CO2/m²a (PHPP)

Qua­li­täts­si­che­rung: Blower Door Test, Ener­gie­mo­ni­to­ring, Er­mitt­lung Ener­gie­be­darf mit PHPP, ex­ter­nes Pro­dukt­ma­na­ge­men

Wohn­haus­an­la­ge „so.vie.so“, Wi­en Fa­vo­ri­ten, Sonn­wend­vier­tel  |  No­mi­nie­rung
Bau­her­rin: BWS Ge­meinn. Allg. Bau-, Wohn- u. Sied­lungs­ge­nos­sensch. reg. Gen.m.b.H.
Ar­chi­tek­tur: s&s ar­chi­tek­ten
Fach­pla­nung: dorr-scho­ber & part­ner ZT GmbH, wohn­bund:con­sult, Bü­ro f. Stadt.Raum.Ent­wick­lung Lüf­tungs­tech­nik von J. Pich­ler Ge­sell­schaft m.b.H.
Die Pas­siv­haus-Wohn­haus­an­la­ge so.vie.so be­steht aus drei mit­ein­an­der ver­schränk­ten Bau­kör­pern. Der lang­ge­zo­ge­ne, nord-süd-ori­en­tier­te Haupt­bau­kör­per bil­det mit dem zum Hel­mut-Zilk-Park zu­ge­wand­ten und hö­he­ren Bau­teil ein L. Hof­sei­tig ist die­sem ein leicht ge­schwenk­ter Bau­kör­per vor­ge­setzt. Ge­mein­schafts­räu­me +  Be­geg­nungs­zo­nen sor­gen für ein gu­tes Mit­ein­an­der der Be­woh­ne­rIn­nen. Die in ver­schie­de­nen Grün­tö­nen ge­hal­te­nen und ge­schoß­wei­se ver­set­zen Bal­ko­ne glie­dern die Fas­sa­de stim­mig.
Be­son­de­re Be­ach­tung ver­dient aber auch das Kon­zept der Par­ti­zi­pa­ti­on: ob­wohl es sich um einen klas­si­schen so­zia­len Woh­nungs­bau han­delt, hat es in ei­nem mo­de­ri­er­ten Pro­zess al­len zu­künf­ti­gen Be­woh­ne­rIn­nen viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten zur Mit­spra­che ge­ge­ben. Und viel­leicht ge­ra­de ob die­ser Mög­lich­kei­ten: Ent­stan­den ist auch ein Mus­ter­bei­spiel für ener­gie­ef­fi­zi­en­ten und öko­lo­gisch hoch­wer­ti­gen Woh­nungs­neu­bau.

Ver­sor­gungs­tech­nik: Kon­trol­lier­te Be- und Ent­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung; hoch­ef­fi­zi­en­te Fern­wär­me; Bau­teilak­ti­vie­rung via Fuß­bo­den­hei­zung

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